Alles auf Anfang?
von Nikolas Tsamourtzis

Auf den ersten Blick fühlt sich dieses Jahresende fast genauso an wie das in 2020 – aber eben nur fast.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Persönlich habe ich keinerlei Verständnis für den fanatischen Teil der Impfgegner, die geltende Beschränkungen mit der Judenverfolgung im Dritten Reich gleichsetzen, Judensterne auf Türen von Geschäften kleben oder handgreiflich und gewalttätig gegenüber Mediziner:innen, Politiker:innen oder anderen Personen werden, die sich für Impfungen und das Einhalten geltender Maßnahmen einsetzen!

Doch auch wenn es mir schwerfällt zu verstehen, wie man mehr Angst vor den möglichen Nebenwirkungen einer Impfung haben kann als vor den Auswirkungen einer Infektion, so bin ich auch der Überzeugung, dass diese Ängste allein kein Grund sind, die davon betroffenen Personen in dieselbe Ecke zu stellen.

Wie unverhältnismäßig die Angst ist, sieht man schon an folgenden Zahlen: An schweren durch Impfungen verursachten Nebenwirkungen sind bis zum 30.09.2021 insgesamt 1.802 Menschen in unterschiedlichem zeitlichen Abstand zur Impfung verstorben, bei bis zum selben Datum knapp 110 Millionen verabreichten Impfdosen. Unter den 6,2 Millionen offiziell an Corona erkrankten Menschen sind hingegen 108.000 Tote zu beklagen. Und selbst wenn die Dunkelziffer von Symptomlosen und Ungetesteten weit höher läge, wäre das Risiko durch eine Erkrankung zu sterben oder durch einen schweren Verlauf bleibende Schäden zu nehmen, um ein Vielfaches höher.

Für mich bleibt daher zu hoffen, dass all jene bisher Ungeimpften, die nicht zu den radikalisierten Impfgegner:innen gehören, doch noch ihre Bedenken überwinden und sich dazu durchringen können, das Impfangebot anzunehmen – in der stillen Hoffnung, dass ich nächstes Jahr um dieselbe Zeit nicht noch einmal über dasselbe Thema schreiben muss.

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund, genießen Sie die Ruhe zwischen den Jahren und rutschen Sie gut ins Neue.

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